Das städtebauliche Konzept

Im Jahr 2019 wurde ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb für das zukünftige Quartier auf dem Lerchenauer Feld durchgeführt. 

Tatsächlich wurden im Laufe des Jahres 2019 nicht nur ein, sondern zwei städtebauliche und landschaftsplanerische Wettbewerbe abgehalten. An einem ersten Wettbewerb, der mit einer Jurysitzung Mitte 2019 endete, haben elf Arbeitsgemeinschaften teilgenommen. Eine Jury wählte fünf Arbeiten aus, die an einem zweiten Wettbewerb in der zweiten Jahreshälfte 2019 teilnehmen und ihre Einreichungen überarbeiten konnten. Im Oktober 2019 hat die Jury wieder getagt und schließlich einen 1., einen 2. und einen 3. Preis vergeben. Die 17-köpfige Jury hat sich zusammengesetzt aus Vertreter der Projektpartner, des Planungsreferates, der Politik sowie Experten wie Architekten, Stadt- und Landschaftsplanern. Das Verfahren wurde anonymisiert durchgeführt, das heißt, niemand wusste, welches Büro welchen Entwurf abgegeben hatte.

Gewonnen hat den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb die Arbeitsgemeinschaft Amman Albers Stadtwerke, Zürich, zusammen mit BEM Landschaftsarchitekten / Stadtplaner, München. Auf dem zweiten Platz folge der Entwurf der Gemeinschaft Blaumoser Architekten, Starnberg, mit zaharias landschaftsarchitekten, München; Platz drei erreichten bgsm Architekten und Stadtplaner, München, mit Adler und Olesch Landschaftsarchitekten GmbH, Nürnberg.

Die Gewinner des Wettbewerbs wurden den Bürgerinnen und Bürgern in Feldmoching im Rahmen des dritten öffentlichen Dialoges im November 2019 vorgestellt. 

Dem städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb hat sich im Dezember 2019 ein so genanntes Verhandlungsverfahren mit den drei Gewinnern angeschlossen. Der Sieger des Verhandlungsverfahrens legt mit seinem Entwurf die Basis des Bebauungsplans für das Lerchenauer Feld. Das ausgewählte Büro wird seinen Entwurf weiter auf Basis der Juryanmerkungen überarbeiten, gleichzeitig beginnt das Bebauungsplanverfahren.

Diesem Verhandlungsverfahren lag eine klar definierte Bewertungsmatrix zugrunde. Den Großteil der Bewertung machte die Platzierung beim städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs aus, weitere Faktoren waren zum Beispiel die Qualifikation und Kapazität der Büros und Projektleiter. Dieses Verfahren konnte, wie auch den Wettbewerb selbst, die Arbeitsgemeinschaft Amman Albers Stadtwerke, Zürich, zusammen mit BEM Landschaftsarchitekten / Stadtplaner, München, für sich entscheiden. 

1. Preis 

Amman Albers Stadtwerke, Zürich, mit BEM Landschaftsarchitekten / Stadtplaner, München

Der Jurybewertung zufolge sprechen viele Gründe für den erstplatzierten Entwurf: Er nimmt die typisch Münchner Blockstruktur auf und schafft schöne Innenhöfe. Die geschwungene Grundstruktur des Entwurfs erzeugt lebendige und gut gefasste Straßenräume mit hoher Aufenthaltsqualität. Auch ist der Übergang zur Bestandsbebauung gut gelungen. Die Höhenentwicklung reagiert behutsam auf die Umgebung, es gibt einen passenden Übergang zur Bestandsbebauung. 

In Nord-Süd-Richtung ist ein zentraler Grünzug vorgesehen, der sich gut zur Naherholung eignet. Auch die Wohnhöfe, die den Bewohnern ausreichend Privatsphäre bieten, verfügen über viel Grün. Über das Quartier verteilt gibt es mehrere kleine Plätze mit Wasserspiele; am Quartierseingang an der Lerchenauer Straße entsteht ein Stadtplatz, der durch die umliegende Nutzung durch Schule, Nahversorgung und soziale Einrichtungen eine große Belebung erfährt. Insgesamt werden die heterogenen Nutzungen im Quartier zu einer lebendigen Nachbarschaft führen.

 

 

 

Den Gesamtplan des Gewinnerentwurfs können Interessierte als PDF-Datei in hoher Auflösung hier betrachten, den Schwarzplan hier.

 

2. Preis

Blaumoser Architekten, Starnberg, mit zaharias landschaftarchitekten, München

Die Jury lobt an diesem Entwürf die "klare und eindeutige Gliederung", welche aus einem schlüssigen Ansatz eines städtebaulichen Rasters entwickelt wurde. Städtebaulich sei die Differenzierung zwischen Wohnen im Norden, dem Schulcampus im Süden sowie der Infrastruktureinrichtungen im Westen gut gelungen. Außerdem gefiel der Jury die "sehr guten Übergänge zu den Bestandsquartieren". Die Höhenentwicklung mit abwechslungsreichen Kubaturen sei differenziert, allerdings gäbe es eine "zu große Strenge in der Abwicklung der Raumfolgen".  Negativ wurde auch der relativ hohe Versiegelungsgrad im öffentlichen Raum gesehen.

3. Preis

bgsm Architekten und Stadtplaner, München, mit Adler Olesch Landschaftsarchitekten, Nürnberg

Bzeüglich der Qualität der konzeptionellen Idee hat die Jury überzeugt, dass der Entwurf diee grundsätzliche Größe des Straßenrasters in Feldmoching analysiert und aufgenomme hat. Die Felder sind mit offenen Blöcken und gut proportionierten und die grünen Höfen in Hofgemeinschaften belegt - allerdings wird diese Idee nicht konsequent durchgehalten. Zudem erscheinen die Hofgemeinschaften zu groß. Ein verbindendes grünes Band von Süd nach Nord wird teilweise von der Verkehrserschließung durchschnitten; Die Idee der nicht linearen Straßenführung mit Perspektivwirkung wird hingegen gewürdigt. Die freiräumliche Gesamtkonzeption bietet eine klare Differenzierung zwischen öffentlichem
und privaten Freiraum - die grüne Mitte bietet als Stadtteilpark mit großer Wiese weite Blickräume und wird durch die Wegführung akzentuiert.